Zu wenig Entwicklungshilfe

Österreich nimmt zu wenig Geld für die Entwicklungshilfe in die Hand, kritisieren Nichtregierungsorganisationen (NGO). Laut einem Bericht der Hilfsorganisationen, dem "Aid Watch Report", zahlt Österreich wie viele andere europäische Länder deutlich weniger als versprochen ein.

Mittagsjournal, 19.05.2011

Johannes Schwitzer

15 Milliarden weltweit zu wenig

Gespart wird derzeit überall, auch bei der Entwicklungshilfe. Die Länder der EU wollten 2010 mindestens 0,53 Prozent der Wirtschaftsleistung an die armen Länder der Erde überweisen, tatsächlich waren es nur 0,43 Prozent, sagt Petra Navara, von der Arbeitsgemeinschaft Globale Verantwortung. In absoluten Zahlen seien das 15 Milliarden Euro, "die Europa den Ländern der Dritten Welt vorenthält, die nicht in Gesundheit, Bildung und Armutsreduktion investiert werden, obwohl sie international zugesagt sind."

"Sparen bei den Ärmsten"

Auch Österreich hat sein Ziel nicht erreicht. Im "Aid Watch Report" wird Österreich 700 Millionen Euro an "echter Hilfe" zugeschrieben, wobei wiederum nur ein kleiner Teil in Hilfsprojekte der österreichischen Entwicklungshilfeorganisation ADA fließen. Hier wird heuer und auch in den nächsten Jahren weniger Geld in die Hand genommen, kritisiert Franz Küberl, Präsident der Caritas. Das wären Projekte, um Anbauerträge zu steigern, die Ernährung reichhaltiger zu machen und den Hunger zurück zu drängen. "Mit den neun Millionen Euro, die die österreichische Regierung 2011 bei den ärmsten der Armen einspart, könnte man über 100.000 Kleinbauern langfristig die Ernährung in dieser Systematik sichern."

Vertröstet auf 2015

Im Außenministerium bedauert man die Kürzungen, sieht aber Licht am Ende des Tunnels. 2015 soll es für die Entwicklungshilfe sieben Millionen Euro zusätzlich geben.