Arbeitsmarktöffnung ist positiv

Seit dem 1. Mai ist der Arbeitsmarkt für die osteuropäischen Staaten offen, die vor sieben Jahren der EU beigetreten sind. Bei der Konferenz in der Wiener Zentrale des Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) ziehen in- und ausländische Vertreter von Gewerkschaften, Unternehmen und EU Bilanz: Österreich profitiert von der Arbeitsmarktöffnung.

Mittagsjournal, 20.06.2011

Arbeitsmarkt nicht überschwemmt

Laut ÖGB-Präsident Erich Foglar sind seit ersten Mai ca. 8.700 Menschen aus den Ländern nach Österreich gekommen, die vor sieben Jahren der EU beigetreten sind.

Das sei eine überschaubare Zahl, meint Foglar. Aus seiner Sicht könne man eine seriöse Bilanz der Arbeitsmarktöffnung aber erst in eineinhalb Jahren ziehen, so der ÖGB-Präsident.

Gesetz gegen Billiglöhne erfolgreich

Das kurz vor der Arbeitsmarktöffnung verabschiedete Gesetz gegen Lohn- und Sozialdumping biete ausreichend Schutz gegen Billiglöhne.

Das Gesetz sieht beispielsweise Verwaltungsstrafen von bis zu 50.000 Euro vor, wenn ein Unternehmen Arbeitnehmern aus den neuen EU-Mitgliedstaaten weniger zahlt, als den Grundlohn im Kollektivvertrag.

Für EU-Abgeordnete Evelyn Regner von der SPÖ war Österreich hier besser vorbereitet als Deutschland, wo es keine derartige Regelung gibt.

Gerade junge Arbeitskräfte profitieren

Richard Kühnel, Leiter der österreichischen EU-Kommissionsvertretung, ist überzeugt, dass Österreich langfristig von der Arbeitsmarktöffnung profitieren wird.

Aber auch für ganz Europa sei sie wichtig, meint Kühnel, da geöffnete Arbeitsmärkte für Mobilität sorgen. Gerade junge Arbeitskräfte können dann dort arbeiten, wo sie gebraucht werden, so Kühnel.

Qualifizierte Arbeitskräfte wandern ab

In grenznahen Staaten wie Tschechien oder Ungarn ist man aber nicht nur glücklich über die besseren Arbeitsmöglichkeiten im Ausland, weil hochqualifizierte Arbeitnehmer abzuwandern drohen.

Doch Bela Balogh von der ungarische Gewerkschaft VASAS, glaubt, dass auch Ungarn von der Arbeitsmarktöffnung profitieren kann. Indem die ungarischen Arbeitskräfte im Ausland ihren Horizont erweitern und dann wieder nach Ungarn zurückkehren, so Balogh.