Telekom-Zahlungen an Broker im Visier

In der Telekom-Affäre überprüft die Staatsanwaltschaft die Aussagen des Kronzeugen Gernot Schieszler zu der Börsenmanipulation im Februar 2004, durch die hundert Telekom-Manager Millionenboni erhalten haben. Die Ermittler wollen herausfinden, wie viel der Börsenbroker Johann Wanovits für die Kursmanipulation von Telekom bekommen hat.

Morgenjournal, 22.09.2011

Millionen für einen Broker

Die Staatsanwaltschaft ist auf der Suche nach Zahlungen in Höhe von etwa 2,8 Millionen Euro. Diese Summe könnte der Broker Johann Wanovits zwischen 2004 und 2009 von der Telekom bekommen haben. Das geht aus einer Anordnung auf Auskunftserteilung an Österreichs Kreditinstitute hervor, die das Landesgericht Wien vor wenigen Tagen bewilligt hat und Ö1 vorliegt. Maßgebend für den Konto-Öffnungsantrag sind die Geständnisse dreier Mitbeschuldigter, heißt es im Antrag der Staatsanwaltschaft.

Höhe einzelner Zahlungen unklar

Auch Wanovits, gegen den wegen Untreue als Beteiligter ermittelt wird, hat laut Kontoöffnungsantrag bereits zugegeben, mehrfach Bargeld von Mitbeschuldigten aus der Telekom erhalten zu haben. Und zwar als Gegenleistung für den Ankauf von Telekom-Aktien, um den Kurs am Stichtag für die Bonusauszahlungen an die Manager hochzutreiben. Allerdings hätten die Beschuldigten unterschiedliche Angaben über die Höhe der Zahlungen gemacht, schreiben die Ermittler.

Getarnte Überweisungen

Nun will die Staatsanwaltschaft anhand der Geldflüsse bei Wanovits klären, wie viel Telekom-Geld wirklich an den Broker geflossen ist. Bisher war die Rede von insgesamt rund einer Million Euro gewesen, die in Teilbeträgen von Telekom-Managern persönlich an Wanovits übergeben wurden. So hatte die frühere Telekom-Führung, laut Aussagen des Kronzeugen, eine Zahlung an Wanovits getarnt als Entgelt für eine Marktstudie an den Lobbyisten Peter Hochegger überwiesen.