Heeresreform: Suche nach neuen Köpfen

Verteidigungsminister Darabos (SPÖ) hat im Morgenjournal angekündigt, jetzt nach neuen Spitzenkräften fürs Heer zu suchen, die mit ihm die Wehrpflicht reformieren. Das werde aber kein Köpferollen aus Rache nach verlorener Volksbefragung sein, meint Generalstabschef Edmund Entacher, bisher scharfer Kritiker des Ministers.

Mittagsjournal, 21.1.2013

Generäle gehen in Pension

Verteidigungsminister Darabos hat den Personalwechsel mit auslaufenden Verträgen begründet. Das sei objektiv richtig, bestätigt Generalstabschef Edmund Entacher, führende Heeresfunktionäre gingen in den Ruhestand: "Das beginnt bei mir selber", so Entacher, und erzählt weitere Generäle auf, die es ihm gleichtun, unter ihnen Generealleutnant Segur, Generalleutnant Abfalter und Generalmajor Bucher.

Offiziere mehrheitlich für Wehrpflicht

Und der Minister wird es nicht schwer haben, Leute zu finden, die aus innerer Überzeugung an einer Weiterentwicklung des Wehrdienstes mitarbeiten. Entacher geht davon aus, dass 90 Prozent der Offiziere ohnedies für die Wehrpflicht und das bestehende Mischsystem waren. Schon in den nächsten Wochen würden wohl die Ausschreibungen vorgenommen, sagt Entacher, er sehe auch keine Nachteile oder Hindernisse für jene Handvoll Offiziere, die sich für ein Berufsheer stark gemacht haben. Die hätten die genau gleichen Bewerbungschancen.

Budget umgeschichtet

Dass da jetzt noch vor dem Sommer die totale Reform ausbricht im Heer, das glaubt Entacher nicht. Aber so ohne sei es auch wieder nicht, was da - ungeachtet der Neuwahl und anschließender Regierungsbildung - heuer an Weichenstellungen noch passieren wird und kann. Entacher: "Wir haben jetzt schon einiges Geld im Budget umgeschichtet, damit es in der Ausbildung nicht so knapp zugeht. Das wirkt sich noch heuer aus. Größere Schritte, wie der Abbau von Funktionssoldaten, das lässt sich nicht von heute auf morgen ändern. Wir können aber die Weichen so stellen, dass es gewiss ist, dass es eintreten wird."

Auch in Finanzfragen könne eine neue Regierung dann nicht schalten und walten wie sie will. Immerhin gebe es jetzt, im Februar Budgetverhandlungen, da lägen dann -so Entachter - die Zahlen für die nächsten vier Jahre auf dem Tisch, da seien dann wohl nur mehr geringe Schwankungen denkbar.

General Entacher, der übrigens während des gesamten Interviews - auch was die längerfristigen Aspekte fürs Heer betrifft, das Wort "Wir" verwendet hat, wird aus heutiger Sicht Ende März in den Ruhestand treten. Dann werde er zwar noch seine Kontakte halten, sagt er. Er habe aber in keinster Weise vor, sich da noch einzumischen.

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