Asyl: Zelte als letzte Alternative

Etwa 100 Flüchtlinge kommen jeden Tag nach Österreich. Bisher wurde ein Großteil von ihnen im Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen untergebracht. Seit heute ist das nicht mehr möglich, denn in Traiskirchen gilt ein Aufnahmestopp. Das Innenministerium bemüht sich, neue Quartiere zu finden. Doch die Suche ist mühsam. Möglicherweise müssen Asylbewerber vorübergehend in Zelten untergebracht werden.

Flüchtlingsbub

(c) EPA/ARKADY BUDNITSKY

Abendjournal, 30.7.2014

Nutzung der Kaserne Linz-Ebelsberg

Wenn gar nichts mehr geht, dann will das Innenministerium Flüchtlinge in Zelten unterbringen. Noch hofft Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) aber die Zelte nicht zu brauchen, sagt sie: "Das wäre aber die letzte Alternative und deswegen braucht es auch ganz dringend die vorübergehende Nutzung der Kasernen".

Und zumindest bei der Nutzung der Kaserne Linz-Ebelsberg scheint es nun Bewegung zu geben. Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hat dem Innenministerium angeboten, die Kaserne befristet auf sechs Monate zu nutzen. Die Kosten für nötige Umbauten und den Betrieb müsste das Innenministerium tragen. Bis zu 100 Flüchtlinge könnten dort untergebracht werden.

Länder weiter gefordert

Die Innenministerin wird aber mehr Plätze benötigen, vor allem, wenn das Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen entlastet werden soll. Deshalb hält Mikl-Leitner auch an ihrer Forderung für weitere Kasernen aufrecht: "Also zuerst müssen wir schauen, dass neue Kriegsflüchtlinge bestens erstversorgt werden und dann an zweiter Stelle, können wir uns kümmern, um die Entlastung von Traiskirchen." Es braucht überall Quartiere, sagt sie.

Das Innenministerium versucht derzeit die bestehenden Kapazitäten in den Betreuungsstellen des Bundes auszubauen. Privatquartiere werden laufend angemietet und unter anderem Turnsäle in Liegenschaften des Innenministeriums für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet. Von den Bundesländern fordert die Innenministerin weiterhin ihre Quoten für die Flüchtlingsunterbringung zu erfüllen und rasch neue Quartiere zu finden.

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