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Doublecheck | 18 06 2026
Wohin der ORF jetzt steuert
Clemens Pig ist neuer Generaldirektor des ORF ab 2027, an der Kompetenz des Medienmanagers für diesen Posten zweifelt niemand. Aber wie die Bestellung Pigs - wie erwartet mit der Mehrheit der ÖVP- und SPÖ-nahen Freundeskreise und nach entsprechender Begleitmusik im Vorfeld - abgelaufen ist, das hängt dem neuen ORF-Chef jetzt nach. Mit Spannung wird erwartet, welches Team Pig präsentieren und ob er damit auch einen parteipolitischen Befreiungsschlag wagen wird. Die Herausforderungen sind riesig: Es gilt ein Finanzierungsloch von fast 100 Millionen Euro zu stopfen und Problemfälle etwa bei ORF III zu lösen.
18. Juni 2026, 14:53
Geradezu verdächtig lange - 15 Stunden bis weit nach Mitternacht - hat der Stiftungsrat über den neuen ORF-Generaldirektor ab 2027 beraten. Und herausgekommen ist der Favorit Clemens Pig. An dessen Qualifikation für diesen Job, für den gleich neun Personen in der engeren Wahl waren, zweifelt niemand. Der Bestellvorgang aber hat die Diskussion über eine seit Jahren von Kritikern - darunter der ORF-Redaktionsrat - geforderte Gremienreform so richtig angeheizt.
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Verkauft für das Doppelbudget
Ein Droh-Szenario aus den Koalitionsverhandlungen von FPÖ und ÖVP von Anfang 2025 ist wahr geworden, umgesetzt von der Dreierkoalition für das Doppelbudget 2027/28: Dem ORF werden die Mittel, die er als Kompensation für den verlorenen Vorsteuer-Abzug aus dem Budget erhalten hat, gestrichen. Das sind konkret 93 Millionen Euro, und das jedes Jahr. Rund 15 Prozent der Einnahmen, über die der ORF verfügen kann, weil sie nicht fix gebunden sind - mit diesem Kürzungsplan sind die Freiheitlichen damals in die Verhandlungen gegangen, deren Ziel ist die radikale Schrumpfung des ORF. Stichwort "Grundfunk". Wie diese Kürzung gestemmt werden soll, ist völlig offen. ORF-Finanzchefin Eva Schindlauer skizziert, was ab 2027 bevorsteht.
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Gekaufte Sendungen für ORF III
Die Vorwürfe gegen ORF III treffen den Öffentlich-Rechtlichen in einer heiklen Phase und wiegen schwer. Der Kultur-Spartensender soll jahrelang Dokumentationen in sein Programm genommen haben, die etwa von den ÖBB, dem Donauinselfest oder dem ÖVP-Bauernbund bezahlt worden sind, ohne das auszuschildern. "Es waren Imagefilme und Werbeflächen, die nicht als solche gekennzeichnet waren", sagt Investigativjournalist Michael Nikbakhsh vom Podcast "Die Dunkelkammer". Jetzt liegt auch diese Causa bei der Compliance-Stelle im Haus, die amtierende ORF-Chefin Ingrid Thurnher -früher Chefredakteurin von ORF III - kümmert sich auch persönlich um den Fall. Wie groß ist das Problem rund um sogenannte Produktionskostenzuschüsse? #doublecheck hat nachgefragt.
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