Da capo: Ambiente

Reisen mit Ö1. Ambiente Spezial: Unterwegs in der "Bassa Padana". Ein kulturhistorischer Streifzug entlang des Po. Von Margit Hainzl und Emil Wimmer

Die weite Tiefebene zwischen Turin und der Adria ist schon seit der Steinzeit besiedelt und gilt bis heute als fruchtbarste Landschaft Italiens. Geformt wurde sie von Italiens großem Strom, der meist gemächlich durch die Ebene mäandert, sich aber bei Schneeschmelze und nach heftigen Unwettern in ein Ungeheuer verwandelt, Wälder entwurzelt, Mensch und Vieh mit sich reißt, Fluren und Felder überflutet.

Mit der Zähmung des Po, dessen lateinischer Name ,Padus' lautete, beschäftigten sich schon die Römer. Die ,Bassa Padana', das flache Land entlang seiner Ufer, wurde über Kanäle entwässert, Wasserläufe wurden reguliert oder eingedämmt, Straßen gebaut und Siedlungen angelegt - die Vorläufer der späteren Städte.

In diesen uralten Zentren des Handels und der Kultur sind Leben und Alltag bis heute geprägt vom großen Fluss. Stationen sind u.a. Cremona. Die 218 vor unserer Zeitrechnung gegründete römische Kolonie mitten in der Poebene entwickelte sich bald zu einem der blühendsten Zentren Norditaliens und ist heute vor allem als Stadt der Musik und der Geigen bekannt. Zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt das ebenfalls am linken Flussufer liegende, allerdings nur 4000 Einwohner zählende Sabbioneta, eine sternförmig angelegte Idealstadt mit dem ersten festen und freistehenden Theaterbau seit der Antike, die der Renaissancefürst Vespasiano Gonzaga erbauen ließ.

Weiter flussabwärts besuchen wir ein Meisterwerk der Romanik: Die Benediktiner-Abtei von Pomposa. In diesem spirituellen und kulturellen Mittelpunkt lebte und wirkte der Mönch Guido, der Erfinder der modernen Notenschrift. Das Kloster im Mündungsgebiet des Po spielte auch eine Schüsselrolle bei der Neubesiedlung der ,Padana', die nach dem Niedergang des Römischen Imperiums wieder versumpfte und jahrhundertelang als unbewohnbar galt.

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