ULI TEMPLIN
Zeit-Ton extended
Das 40. Ulrichsberger Kaleidophon
Highlights der Jubiläumsausgabe - Teil 2: Waschtag, Antti J. Virtaranta
8. Mai 2026, 23:03
Ende April fand in Ulrichsberg die 40. Ausgabe des Festivals Kaleidophon statt. Zu diesem Jubiläum kamen an drei Tagen zehn Formationen aus den Bereichen Jazz und Improvisierte Musik in das Jazzatelier. Ö1 "Zeit-Ton" präsentiert die Konzerte des zweiten Abends. Der zweite und abschließende Teil: Ein "Zeit-Ton extended" mit dem Wiener Trio Waschtag, einem Solo-Set von Antti J. Virtaranta für Kontrabass und Elektronik sowie einem Quartett rund um den Schlagzeuger Tom Malmendier.
Das Kaleidophon im oberösterreichischen Ulrichsberg ist seit jeher dafür bekannt, dass regionale und internationale Musikschaffende aufeinandertreffen. So entstehen seit 1986 spannende Mischungen aus diversen Formen von Jazz, immer wieder gerne erweitert um Spielweisen zwischen Improvisation und Neuer Musik. Es fand 2026 zum dritten Mal unter der künstlerischen Leitung des Gitarristen Julius Winter statt.
Waschtag sind Elisabeth Flunger (Metall-Objekte, Percussion), Alexander Babikov (Gitarre, Elektronik) und Michael Moser (Cello, Computer). Ihren ersten Auftritt hatten sie im Juni 2025 bei der Reihe "Der blöde dritte Mittwoch" in der Wiener Semmelweis-Klinik; in der dortigen Waschküche. Von diesem klanglichen Setting ausgehend, gestaltete das Trio beim Kaleidophon ein Konzert aus vielen Metall-Objekten, Klangsensoren (sog. Transducern) und Elektronik, die mit Gitarre und Cello interagierten.
Die Schlagzeugerin Elisabeth Flunger, die u.a. mit dem Ensemble die reihe arbeitete, setzt sich seit vielen Jahren mit unterschiedlichsten Gestaltungen von Metall-Perkussion auseinander. Michael Moser war Mitgründer von Polwechsel, komponierte für Peter Ablinger und Alvin Lucier und beschäftigt sich - aus der Architektur kommend - intensiv mit Raum und Klang. Der aus Moskau stammende, in Wien lebende Alexander Babikov ist Musiker und Klangregisseur mit v.a. ortsspezifischen Herangehensweisen. Kollaborationen mit Michael Moser, Marina Poleukhina und Valentin Duit..
Antti J. Virtaranta ist ein finnisch-schwedischer, in Berlin lebender Bassist und Betreiber einer Musikbar. Nach einem Jazz-Studium in den USA und einigen Band-Formationen konzentriert sich Virtaranta seit einigen Jahren auf sein Solo-Projekt, in dem er erweiterte Bass-Spielweisen mit Elektronik kombiniert. Vor kurzem ist sein neues Solo-Album auf dem Label Trouble In The East Records erschienen. 2016 spielte er am ORF musikprotokoll. Man hört Virtaranta an, dass er einen ausgeprägten Hintergrund in Rock, Elektronik und Minimalism hat; Improvisation als Handwerk.
Das dritte Ensemble ist eine Band, deren Europa-Tour am Kaleidophon begann. 2025 war das französisch-belgische Duo Émilie Skrijelj (Turntables) und Tom Malmendier (Schlagzeug) in New York, wo es zu einer Session mit Michael Foster (Saxofon) und Webb Crawford (Gitarre) kam. Die vier beschlossen, ein Quartett zu gründen. Es war quasi ein doppeltes Duo: Während Skrijelj und Malmendier sowie Foster und Crawford seit langem zusammenspielen, war der Auftritt im Jazzatelier das erste reguläre Konzert. Ein Konzert mit viel Spielwitz und überraschenden Wendungen.
Die Musikerinnen und Musiker erzählen im "Zeit-Ton"-Interview von ihren Ensembles.
Das erste Konzert des zweiten Kaleidophon-Abends mit dem Vienna Reed Quintet gab es am Sonntag, dem 3. Mai, in einem Zeit-Ton zu hören.
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40. Kaleidophon Ulrichsberg
Waschtag
Antti J. Virtaranta
