Flucht auf dem Landweg

Libyen: Ausreise wird immer gefährlicher

Die Lage in Libyen ist zunehmend gefährlich. Bei Kämpfen allein in der Stadt Benghasi sind in den vergangenen Tagen an die 400 Menschen getötet worden. Immer schwieriger wird auch die Ausreise aus Libyen. 20 Österreicher haben am Donnerstag die Ausreise über den Landweg nach Tunesien geschafft.

Morgenjournal, 25.02.2011

Im Convoy nach Tunesien

Es war ein kleiner Convoy, insgesamt sieben Fahrzeuge. Sie sind nur langsam vorangekommen. Sie werden von einem Team des Außen-, Innen- und Verteidigungsministeriums begleitet. Sie fahren mehrere Stunden, über 20 Mal müssen sie stoppen: Straßensperren, sowohl von Regierungstreuen als auch von Aufständischen.

Sie umfahren alle Orte, aus denen Kampfhandlungen gemeldet werden, bestätigt David Bachman, Wirtschaftsdelegierter in Tripolis. Er hat den Convoy begleitet. Am späten Nachmittag kommen sie erschöpft in Tunis an.

Weitere versuchen zu flüchten

Österreichs Botschafterin Dorothea Auer in Tripolis berichtet noch von anderen Gruppen von Österreichern, die in den vergangenen Stunden über den Landweg nach Tunesien gekommen sind. Einige werden allerdings noch bei der Durchreise behindert. Derzeit sind noch etwa 35 Österreicher in Libyen und auch sie wird man versuchen, über den Landweg herauszuholen, da noch nicht abzuschätzen ist, wann die AUA wieder Tripolis anfliegen wird.

Morgenjournal, 25.02.2011

Österreichs Botschafterin Dorothea Auer in Tripolis im Telefongespräch mit

Neuer Gaddafi-Auftritt

Unterdessen hat sich Muammar Gaddafi erneut an die Bevölkerung gewandt. Im staatlichen Fernsehen wurde gestern Abend eine telefonische Ansprache übertragen, in der Gaddafi immer wieder wiederholt dass Al-Kaida Chef Bin Laden hinter den Aufständen stehe. Al Kaida entführt die Jugendlichen, pumpe sie mit Drogen voll und schicke sie auf die Straßen, sagt Gaddafi.

Angriff auch auf Moscheen

In Tripolis herrscht angespannte Ruhe. Heftige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und regimetreuen Truppen werden aber aus der Stadt Al-Sawiya gemeldet. Sie befindet sich 50 Kilometer westlich von Tripolis. Die Armee soll dort eine Moschee angegriffen haben, in der Regime Gegner eine Versammlung abgehalten haben. Unbestätigten Berichten zufolge wurden dabei über 20 Menschen getötet und 150 verletzt. Die Soldaten haben das Minarett mit einem Raketenwerfer zum Einsturz gebracht.