ÖVP-Politiker in Telekom-Affäre

Die Telekom-Austria-Affäre bringt auch ÖVP-Politiker in Bedrängnis. Rund um die Vergabe von neuen Polizeifunkgeräten im Jahr 2004 soll es zu Zahlungen seitens der Telekom gekommen sein. Das hat das Wochenmagazin "News" berichtet. Im Mittelpunkt steht wieder einmal Ernst Strasser.

Morgenjournal, 26.8.2011

Florian Katzinger

Druck bei Auftragsvergabe

Im Jahr 2003 soll der damalige ÖVP-Innenminister Ernst Strasser bei der Auftragsvergabe von neuen Polizeifunkgeräten Druck ausgeübt haben. Ein Konsortum bestehend aus Telekom Austria, dem französischen Konzern Alcatel und der US-Firma Motorola kam schließlich zum Zug. Alcatel-Österreich Chef ist der nunmehrige ÖVP Bundesrat Harald Himmer. Er soll mit Strassers Sekretär Christoph Ulmer laut "News" an dem Deal beteiligt gewesen sein.

Geld für Fußballverein?

Angeblich soll über eine Million Euro von der Telekom Austria geflossen sein. Ulmers Anwalt weist die Anschuldigungen zurück und kündigte eine Klage gegen "News" an. Auch Himmer wies bereits die Vorwürfe genauso wie Ernst Strasser zurück.

Die Telekom hat aber auch einem anderen ÖVP Politiker einen Gefallen getan. Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer soll für seinen Heimatfußballverein 20.000 Euro von der Telekom bekommen haben. Bei der ÖVP heißt es zu den Vorwürfen, dass man zu laufenden Verfahren nichts sagen will.

Strasser "nicht mehr Mitglied"

ÖVP-Generalsekretär Johannes Rauch ist derzeit in Deutschland und nicht erreichbar. Rauch war in den Jahren 2003 und 2004 Strassers Pressesprecher. Von der Parteizentrale heißt es, dass Ernst Strasser nicht mehr Mitglied der ÖVP sei. Strasser wurde ja nach der Lobbying-Affäre aus der Partei ausgeschlossen.