Recht auf Löschen verlangt

EU will mehr Datenschutz

Im Internet sind große Mengen an Daten über die Nutzer gespeichert: Adressen, Bankverbindungen, Biographisches, Photos. All das lässt sich leicht ins Internet stellen und bleibt dann - vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter gespeichert. Diese Daten wieder zu löschen ist schwierig. Das soll sich jetzt ändern. Die zuständige EU-Kommissarin fordert ein Recht auf Löschen.

Abendjournal, 25.01.2012

Aus Brüssel,

Klare EU-weite Richtlinie über Daten

Der Fall eines österreichischen Studenten, der bei Facebook über seine Daten Auskunft wollte, war einer der für die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding, die Datenschutzregelungen zu ändern. Der Student war erstaunt über den Wust an Material, der über ihn kursiert ist.

In Zukunft werden Provider schon im Vorhinein klar legen müssen, was mit den ihnen anvertrauten Daten passiert. EU-Kommissarin Reding sagt, bevor man seine Daten an einen Betreiber gebe, müsse man davon informiert werden, was der Betreiber mit den Daten macht, ob er sie weitergibt und wie man sie zurückbekommen kann.

Recht auf Löschen

Transparenz und das Recht auf Vergessen im Internet, will die Kommissarin. Wer Inhalte zurückrufen will, soll das über gestärkte Datenschutzbehörden durchsetzen können. Der Trend geht in eine andere Richtung. Der Internetgigant Google will die Daten der Nutzer auf seinen verschiedenen Plattformen wie der Suchmaschine, YouTube und Gmail ab März verknüpfen. Die User sollen dann zustimmen oder eben auf Google verzichten.

Mehr Datenschutzbeauftragte

Das Kernstück der EU-Vorlage sind gestärkte Datenschutzbehörden. In Österreich sollen künftig auch kleinere Unternehmen - ab 50 Beschäftigte - eigene Datenschutzbeauftragte beschäftigen. Das fordert der für die Umsetzung der EU-Vorgaben zuständige SPÖ-Staatssekretär Josef Ostermayer. Datenschützer Hans Zeger freut sich zwar über mehr "Biss für den bisher zahnlosen Datenschutz" - wie er wörtlich sagt. Er warnt aber vor Personalknappheit bei der Kontrolle des Datenschutzes.

Abendjournal, 25.01.2012

Datenschützer begrüßen Vorstoß,

Alle Daten werden gesammelt

EU-Justizkommissarin Viviane Reding arbeitet an einem EU-Gesetz, das dem einzelnen Internet-Nutzer das Recht auf seine eigenen Daten zurückgibt - was auch heißt, dass der Nutzer selbst entscheiden und veranlassen kann, seine Daten zu löschen.

Jeder Mensch, der das Internet nützt, hinterlässt Spuren. Er gibt preis, wo er wohnt, wem er schreibt, welche Videos er ansieht, wo er sich gerade befindet und wohin er auf Urlaub fährt, welche Bücher er liest und welche Musik er gerne hört. Die Suchmaschinen registrieren aber auch zum Beispiel, welche Vorlieben er bei der Partnersuche hat, über welche Krankheiten er sich gerade informiert, ob er Geldsorgen hat oder ob er sich für extreme politische oder religiöse Ansichten begeistert. Darüber hinaus stellt jeder dritte Österreicher detaillierte Informationen und Fotos seines Lebens ins Netz, etwa auf Facebook. Dazu gehören fast alle Teenager. Diese Daten wurden schon bisher fleißig gesammelt und für Werbezwecke zusammengeführt.

Google vernetzt Informationen

Der Internetgigant Google geht jetzt noch weiter als bisher und will ab 1. März alle Daten seiner Nutzer zu einem einzigen Profil zusammenführen. Dazu ist es nützlich zu wissen, dass zu Google nicht nur die Suchmaschine gehört, sondern auch das beliebte Youtube und der E-Maildienst gmail und natürlich Google Maps. Google filtert dann aus einer E-Mail nicht nur heraus wem man schreibt, sondern auch über welche Themen, um entsprechende Werbung genauer zu platzieren. Google will zwar seine Kunden über die neue Zusammenführung aller Daten informieren. Ablehnen kann man das aber nicht. Man kann nur alle Google-Dienste boykottieren.

Mittagsjournal, 25.01.2012

Informationen werden für Werbezwecke vernetzt,

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