"Super-Dienstag" der Republikaner

Die Republikaner stimmen heute in gleich zehn Bunddesstaaten über ihre Präsidentschaftskandidaten ab. Doch die Hoffnung vieler Republikaner, dass sich mit diesem "Super Tuesday" ein echter Favorit herausbildet und somit das mitunter heftige gegenseitige Beschädigen der Kandidaten ein Ende haben würde, dürfte sich nicht erfüllen.

Morgenjournal, 6.3.2012

Hanno Settele berichtet aus den USA

Werben um Südstaaten

Newt Gingrich, der frühere Sprecher des Abgeordnetenhauses, feuerte noch am Montag scharfe Salven in Richtung von Mitt Romney, also jenem Kandidaten der bis jetzt die meisten Vorwahlen gewonnen hat: "Gouverneur Romney hatte sehr viel Geld, das meiste von der Wall Street und von jenen Firmen, die vom Steuerzahler gerettet werden mussten. Aber er kann einfach den Sack nicht zumachen. Die Leute misstrauen ihm, ganz einfach, weil er oft nicht ehrlich ist." Südstaatler Gingrich hofft auf die Südstaaten, von denen heute gleich drei – sein Heimatstaat Georgia, Tennessee und Oklahoma, zur Urne gehen.

Watschen für Obama und Europa

Mitt Romney, der bis jetzt am meisten Delegiertenstimmen erobern konnte, beschäftigt sich unterdessen schon dauerhaft mit seinem vermeintlichen Gegenkandidaten Barack Obama. Sehr zum Gaudium seiner Zuhörer wiederholt er in den meisten seiner Reden, dass Barack Obama eigentlich ein zweites Europa aus den USA machen wolle. "Und Europa", so donnert Romney, "das funktioniert ja nicht einmal in Europa selbst, und bei uns auch nicht."

Santorum beschwört "Satan"

Mit Spannung erwarten Beobachter des Wahlkampfs, wie sich der Vertreter der konservativsten republikanischen Wähler, Rick Santorum, heute schlägt. In den Umfragen ging es zuletzt wie auf einer Hochschaubahn fast täglich auf und ab mit ihm. Dass Kommentare wie zuletzt, nämlich dass "Satan persönlich" auf dem Weg sei, sich der USA zu bemächtigen, wirklich ziehen, muss erst bewiesen werden.

Wenig Hoffnung darf sich der vierte verblieben Kandidat , Ron Paul machen. Bis heute hat er keine einzigen Bundesstaat für sich entscheiden können, und es wäre ein Überraschung, sollte er diesen Trend heute brechen.