Von Merkozy zu Merkollande

Deutschland hat zugesichert, auch mit dem neugewählten französischen Präsidenten Francois Hollande gut zusammenarbeiten zu wollen. Die deutsch-französische Kooperation gilt als Kern des europäischen Krisenmanagements rund um den Euro, daher wird das erste Treffen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Francois Hollande, voraussichtlich nächste Woche in Berlin, mit Spannung erwartet.

Abendjournal, 7.5.2012

Aus Berlin berichtet

Merkel streckt Hand aus

Zunächst eine Gratulation und dann das Versprechen, gut zusammenarbeiten zu wollen, das bringt Angela Merkel quasi als Vorschuss ihrem neuen französischen Partner Francois Hollande entgegen: er werde von ihr mit offenen Armen empfangen werden. Die deutsch-französische Kooperation sei essentiell für Europa.

Fiskalpakt wird Zankapfel

Aber dann kommt gleich eine Einschränkung: Am europäischen Fiskalpakt soll nicht gerüttelt werden, auch wenn Francois Hollande genau das in seinem Wahlkampf versprochen hat, was übrigens zur Folge hatte, dass Angela Merkel dann auch keine Zeit fand, Hollande während seines Wahlkampfes in Berlin zu empfangen. So schnell vergessen das beide Seiten nicht, Angela Merkel spricht von Treue zu einmal gefassten Beschlüssen, auch wenn sie, wie beim Fiskalpakt, noch aus der Vorgängerära Sarkozy stammen.

Hoffen auf neue Athener Regierung

Nach Wahlen könne man nicht alles zuvor Beschlossene wieder zur Diskussion stellen - dann könne man in Europa nicht mehr arbeiten. Ein Satz, der sich auch auf Merkels Ansicht über die Wahlen in Griechenland übertragen lässt, sie äußert die Hoffnung, dass dort bald eine handlungsfähige Regierung zustande kommt, trotz des blamablen Ausgangs für die bisherigen Regierungsparteien.

Wachstum ja, aber nicht mit Schulden

Und das vielbeschworene Wachstum? Für ein europaweites Wachstumsprogramm spricht sich im Prinzip auch Angela Merkel aus, aber, so die Kanzlerin, es sei der falsche Weg, ein solches Programm mit neuen Schulden zu finanzieren.