Gesundheitsreform aus Sicht des Team Stronach

Das Team Stronach (TS) hat heute seine Vorstellungen in Sachen Gesundheitsreform präsentiert: ein österreichweit einheitliches Gesundheitssystem, mehr Geld für die Vorsorge, mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten, und Ärzte sollten an die Spitze des Gesundheitswesens gestellt werden.

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Mittagsjournal, 4.9.2013

Einheitliches System

Die Gesundheitsreform der Regierung, die mit Beginn des kommenden Jahres in Kraft treten soll, beinhalte nur Oberflächenkorrekturen. Das System müsse weit grundlegender Reformiert werden, sagt Marcus Franz, ärztlicher Direktor an einem Wiener Spital, der auf der Kandidatenliste des Teams Stronach für die Nationalratswahl auf prominenter Stelle gereiht ist. Evolution statt kosmetischer Korrekturen, so Franz. Konkret heißt das: Ein bundesweit einheitliches Gesundheitssystem müsse her. Da sollen die niedergelassenen Ärzte und die Spitäler ebenso mit eingegliedert werden wie sämtliche Krankenkassen mit einheitlichen Tarifen. Patienten müssten gleich gute Behandlungen zu gleichen Bedingungen in ganz Österreich bekommen.

Mehr Geld und Zeit

Es brauche auch mehr Geld für die Gesundheitsvorsorge. Vorgeschlagen wird zudem ein Bonus-System für jene, die gesund leben und längere Zeit keinen Arzt brauchen. Sie sollen Geld zurück bekommen. Und wer doch einmal eine Behandlung braucht, für den sollen die Ärzte mehr Zeit haben, sagt Team Stronach-Kandidat Marcus Franz. Die derzeitige Situation sei unbefriedigend. Auch die Zuwendung zum Patienten müsse wieder einen Stellenwert haben. Wie genau das gehen soll, bleibt aber offen. Vage auch die Antwort auf die Frage nach dem Geld, das dafür notwendig wäre. Das Geld werde an den falschen Stellen eingesetzt und versickere da und dort aufgrund von Klientelpolitik.

Länder überstimmen

Eines ist für Franz aber klar: An der Spitze der Reform müssten die Ärzte stehen. Denn die hätten die Kompetenz und das Wissen, würden aber von der Politik übergangen. Und: Die Regierung solle sich hier nicht durch die Bundesländer bremsen lassen und über Länderinteressen hinweg sehen, verlangt Team-Stronach-Klubchef Robert Lugar. Denn größere Reformen würden an den Widerständen der Länder scheitern, so Lugar.