ÖAAB-Chefin gegen Lohnrunden nur für Frauen

Mikl-Leitner: Karenzzeiten anrechnen

Neben Christoph Leitl, Chef des ÖVP-Wirtschaftsbundes, ist auch der ÖVP-Arbeitnehmerbund gegen Sonderlohnrunden für Frauen. ÖAAB-Chefin und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hält allerdings Teilforderungen der Gewerkschaft wie die Anerkennung von Karenzzeiten für sinnvoll.

Mittagsjournal, 13.9.2011

Peter Daser

Karenz kostet "Zigtausende"

Als erste Frau in der Geschichte des ÖAAB hat Mikl-Leitner heuer die Leitung des Bundes übernommen. Den Forderungen der Gewerkschaft nach eigenen Kollektivvertragsrunden nur für Frauen begegnet sie mit Skepsis.

Stattdessen fordert die Innenministerin nun die Anerkennung von Karenzzeiten für Gehaltsvorrückungen. Ohne diese verdienen Frauen, die aus der Karenz zurückkommen, weniger als Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht der Kindererziehung gewidmet haben, und zwar um Zigtausende Euro, auf die Berufslaufbahn gerechnet.

"Auch geringere Pensionen"

Sie fordert eine Aufhebung dieser Benachteiligung: "Weil es nicht nur zum Aufgehen der Schere kommt, sondern weil hier letztendlich auch die Frauen geringere Pensionen erhalten", so Mikl-Leitner.

Diese Forderung kommt freilich schon seit langem von Gewerkschaft und Arbeiterkammer.

Soziale Berufe aufwerten

Auch die Bewertung der Arbeitsplätze solle anders erfolgen, sagt die ÖAAB-Chefin. So gerieten die sozialen Berufe gegenüber jeden, die körperliche Kraft erfordern, ins Hintertreffen, was Frauen benachteilige.

Allerdings hält Mikl-Leitner gesetzliche Maßnahmen zur Umsetzung ihrer Vorschläge für nicht notwendig. Das sei Sache der Kollektivvertragspartner.