Metaller-Einigung: "Gut für beide Seiten"

"Mit dem Kompromiss bei den Metallerverhandlungen können beide Seiten gut leben", sagt Thomas Leoni vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) im Ö1-Morgenjournal. In der Nacht haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf eine Lohnerhöhung von 4,2 Prozent geeinigt. Kleine Einkommen steigen sogar um bis zu 5,3 Prozent.

Morgenjournal, 18.10.2011

Thomas Leoni vom WIFO im Gespräch mit Udo Bachmair

"Streik hätte Kuchen verkleinert"

"Ich glaube man konnte von einem Ergebnis in dieser Bandbreite ausgehen", sagt Wirtschaftsforscher Leoni. Es sei gut, dass man schnell zu einem Ergebnis gekommen sei. "Ein Streik hätte nur den Kuchen verkleinert, der später zum Verteilen gewesen wäre. Ich glaube, dass mit dieser Zahl beide Seiten gut leben können", so Leoni.

"Volkswirtschaftlich sinnvoll"

Wenn man die Zahlen zu Inflation und Wirtschaftsleistung anschaue, dann sei dieser Abschluss nachvollziehbar. "Außerdem ist es volkswirtschaftlich sinnvoll, dass die Lohnerhöhungen gestaffelt werden. Somit werden kleine Einkommen stärker erhöht", sagt Leoni.

"Streik wichtigste Waffe"

Den Streik der Metaller kann Leoni nachvollziehen. Ein Streik sei die wichtigste Waffe der Gewerkschaft. Diese Waffe müsse hin und wieder auch genutzt werden, damit sie auch in der Zukunft als Drohmittel dienen könne, meint Leoni. Auch für die anderen Branchen sei der Abschluss richtungsweisend. "Die anderen Kollektivvertragsverhandlungen werden sich sicher daran orientieren. Ich glaube aber nicht, dass in allen Branchen solche Abschlüsse gelingen", sagt Leoni.

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WIFO