Generalprobe für die Zentralmatura

Heute fällt der Startschuss zur Zentralmatura. Zwar nicht für alle Schülerinnen und Schüler im heurigen Maturajahrgang - aber zumindest an jenen Schulen, die an dem entsprechenden Schulversuch teilnehmen. Das heißt: die Maturafragen werden zentral vom Bundesinstitut für Bildung (BIFIE) vorgegeben. In den nächsten beiden Jahren soll die Zentralmatura an allen höheren Schulen kommen.

Eine Frau trägt eine Kartonschachtel

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Morgenjournal, 5.5.2014

Reifeprüfung per Sicherheitstransport

5000 Schülerinnen und Schüler bekommen heute die Deutschmatura-Aufgaben nach einheitlichem Standard. Zugestellt wurden sie unter hohen Sicherheitsmaßnahmen - schließlich sollten keinesfalls Maturafragen schon vorher im Internet auftauchen. Peter Simon ist beim Bundesinstitut für Bildung für die Zentralmatura verantwortlich: "Sicherheit ist ein großes Thema in diesem Zusammenhang. Wir haben gut gesicherte Server, auf denen diese Aufgaben entstehen und zwischengelagert werden. Für den Haupttermin werden die Aufgaben in Papierform den Schulen schon zur Verfügung gestellt. Das müssen die Schulen also nicht mehr extra kopieren. Und das wird per Sicherheitstransport gemacht."

Neuer Anlauf

Im Vorjahr gab es heftigen Protest seitens der Schülervertretung gegen Aufgabenstellungen und Korrekturschlüssel - was letztlich zu einer Verschiebung der österreichweiten Zentralmatura geführt hat. Nach einer Informationskampagne in den letzten Monaten gebe es aber keine diesbezüglichen Probleme mehr, sagt Peter Simon. Die Maturafragen wurden im Auftrag des BIFIE ausgearbeitet: "Das ist das Prinzip nach dem gearbeitet wird: es arbeiten Lehrerinnen und Lehrer der betreffenden Schulen aus ganz Österreich zusammen, die betreut und gefördert werden, um solche Aufgaben erstellen zu können."

Einheitliche Beurteilung

400 Gymnasien und Berufsbildende Höhere Schulen werden an der einheitlichen Matura teilnehmen. Nach einheitlichen Kriterien, erklärt der BIFIE-Verantwortliche, erfolge auch die Korrektur der Aufgaben - aber nicht zentral, sondern an den jeweiligen Schulen selbst: "Es gibt eine einheitliche Korrektur, die allerdings von den Prüferinnen an Ort und Stelle gemacht wird, von den LehrerInnen der betreffenden Klassen. Einheitlich ist die Korrektur deswegen, weil verbindliche Korrektur- und Beurteilungsanleitungen mitgeliefert werden, die auch verwendet werden müssen. Das heißt, der Spielraum der Interpretation einer Leistung eines Kandidaten ist durch diese einheitlichen Unterlagen sehr stark eingeengt."

In den folgenden Tagen sind nach der Deutschprüfung weitere Maturafächer dran - am meisten Teilnehmerinnen an der Zentralmatura gibt es im Fach Englisch: 17.000, weil sich hier mehr Schulen am Schulversuch beteiligen, erklärt Peter Simon. Ab nächstem und übernächstem Jahr wird die Zentralmatura dann in allen Fächern an allen höheren Schulen stattfinden.