Runder Tisch zu Baumax und Sammlung Essl

Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) lädt heute zu einem Krisengespräch über die Zukunft der Baumarkt-Kette Baumax. Eigentümer Karlheinz Essl will dem Staat seine Kunstsammlung verkaufen, um Baumax zu retten. In der Kunst-Szene wird heftig diskutiert, ob die Sammlung Essl wirklich so wertvoll ist.

Morgenjournal, 2.4.2014

Details der Sammlung unbekannt

Wer weiß schon, was in der Sammlung Essl in den Depots schlummert? Die großen Lücken, von denen in den letzten Tagen die Rede war, haben die meisten nicht aus eigener Anschauung gekannt. Und wer sagt, dass die öffentlichen Sammlungen um so vieles besser sind? So hat etwa das Belvedere die weltgrößten Bestände der Schüler Arik Brauers, und ein Direktor im MUMOK hat eine Zeit lang Chicago-Kunst gehortet, die außerhalb Chicagos kaum jemanden interessiert.

Soviel weiß man von der Sammlung Essl: Da gibt es große Werkblöcke von deutschen Künstlern wie Baselitz, Kiefer, Immendorf, Neo Rauch und Gerhard Richter, internationale Künstler wie Schnabl, Stella, Alex Katz, oder Tapies. Aber vor allem große Konvolute von Österreichischen Künstlern. So hat die Sammlung Essl in den 80er Jahren um eine Million Arbeiten von Franz West gekauft, als diese noch erschwinglich waren, eine Zeit in der das MUMOK sich Franz West nur um 6.600.- Schilling leisten konnte. Tatsächlich weiß niemand, ob die Spitzenarbeiten in der Sammlung Essl noch da sind, weggetragen oder verpfändet.

Ein guter Deal?

Galerist Christian Meyer meint dazu: "Das war bei der Leopold-Sammlung ganz das gleiche. Das Pekat kommt auf den Tisch, man schaut sich das an, man braucht nicht länger als eine Woche, um das zu beurteilen. Und die Leopold-Stiftung hat man gekriegt, würde ich sagen, um ein Drittel des Wertes. Und das ist ein guter Deal, keine Frage."

Die Kunstszene ist in Aufruhr: Während die einen fürchten, dass nach einem Ankauf die Kulturtöpfe leer sein werden, und die Ankaufsbudgets der Museen weiter schrumpfen, meinen andere, man müsse mit dem Geld ganz neue kulturpolitische Impulse setzen. Dazwischen jene, die sich in den letzten Tagen die Sammlung Essl blind niedermachten. Eine sehr aufgeregt geführte Diskussion mit viel Neid und vielen Unbekannten, dazwischen das Gerücht, die Sache sei bereits entschieden, den Banken der Ankauf der Sammlung Essl längst versprochen.

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