Hacker-Attacken gegen Stromversorger

Cybercrime ist das Kriminalitätsfeld, das am stärksten steigt. Dabei geht es nicht nur um Bestellbetrug oder um Diebstahl von Kreditkartendaten, sondern auch um Angriffe auf die Infrastruktur einer Firma oder eines ganzen Landes. Im Rahmen einer Datenschutz-Tagung der ARGE Daten in Wien haben Experten die größten Sicherheitslücken aufgezeigt.

Mittagsjournal, 9.6.2012

Bankomaten, Zeitumstellung...

20 Millionen Bankomatkarten funktionieren plötzlich nicht mehr. Tausende Menschen verschlafen, weil die Umstellung von Winterzeit auf Sommerzeit vom Handy-Wecker nicht berücksichtigt wird. Zukunfts-Szenarien? Nein, das ist alles schon längst passiert, sagt Franz Lehner, Experte für Schutz von Industrie und Infrastruktur-Systemen von Ikarus Software. Selbst beim Auto sei es möglich, die Kilometerzähler zu manipulieren.

Leichtes Spiel für Erpresser

Besonders heikel ist die Sicherung der Energieversorgung, wenn diese digitalisiert wird. Denn für Kriminelle, die technisch versiert sind, bieten sich hier lukrative Angriffsziele - etwa wenn sie ankündigen, dass sie die Energieversorgung von tausenden Menschen einfach abdrehen. Erpresser hätten hier leichtes Spiel. Solche Fälle habe es in anderen Ländern - nicht in Österreich - bereits gegeben, sagt Lehner.

Schützen noch vor einem Angriff

Wie man kritische Infrastruktur in Österreich digital schützen kann, damit beschäftigt sich der Verein Cyber Security Austria. Essentiell ist hier, dass man möglichst rasch weiß, wann ein Krimineller ins System eindringt, sagt Vereinsvorstand Franz Hoheiser-Pförtner. Und diese Alarmsysteme seien in Österreich durchaus verbesserungswürdig. Lernen würde man immer erst wenn etwas passiert.

Sicherheitsübung der Regierung

Deshalb sollen besonders die Bereiche kritischer Infrastruktur geschützt werden, sagt Hoheiser-Pförtner. Dazu zählen laut Cyber Security Austria Energieversorger, Telekommunikation, Finanz, Transport und Gesundheitswesen. Kommende Woche soll eine Cyber-Sicherheitsübung von Innenministerium, Verteidigungsministerium und Bundeskanzleramt überprüfen, wo der Schutz bereits funktioniert - und wo nicht.

Übersicht