SPÖ behauptet ersten Platz

Laut vorläufigem Endergebnis der Landtagswahl in der Steiermark behauptet sich die SPÖ unter Landeshauptmann Franz Voves. Sie liegt mit 38,4 Prozent an erster Stelle. Die ÖVP liegt bei 37,1 Prozent. Die Grünen kommen auf 5,3 Prozent. Die FPÖ verdoppelt ihre Stimmen und erreicht 10,8 Prozent. Die KPÖ erreicht zwei Grundmandate. Das BZÖ schafft mit größter Wahrscheinlichkeit kein Grundmandat.

Abendjournal, 26.09.2010

Voves in Poleposition

Die SPÖ hat Platz eins bei der steirischen Landtagswahl gerettet, Amtsinhaber Franz Voves steht somit in der Pole Position für das Amt des Landeshauptmanns. Jedoch hängt die Mehrheit in der Landesregierung an den Freiheitlichen, haben sie doch den neunten Sitz erobert, während die Großparteien jeweils vier Landesräte stellen. Die FPÖ hält sich noch bedeckt, wen sie unterstützen will und freut sich derweil einmal darüber, dass sie nicht nur den Einzug in den Landtag geschafft hat, sondern auch gleich zweistellig wurde.

Vorläufiges Endergebnis

Laut vorläufigem Endergebnis kam die SPÖ auf 38,4 Prozent, was einem Minus von 3,2 Prozentpunkten entspricht. Die ÖVP büßte 1,5 Prozentpunkte ein und hält nun bei 37,1 Prozent. Auch durch die Wahlkarten ist dieser Rückstand nicht mehr aufzuholen. Platz drei ging an die FPÖ mit 10,8 Prozent, was mit einem Zuwachs von 6,3 Prozentpunkten mehr als eine Verdoppelung ist. Die Grünen legten um einen halben Prozentpunkt auf 5,3 Prozent zu. Die KPÖ mit 4,4 Prozent (minus 1,9) rettete sich über ein Grundmandat in Graz. Das BZÖ scheiterte mit drei Prozent deutlich. Nach Mandaten kommen die Sozialdemokraten auf 23 Landtagssitze (bisher 25), die ÖVP auf 22 (bisher 24). Die FPÖ zieht mit sechs Mandaten in den Landtag ein, bisher waren die steirischen Freiheitlichen nicht im Landesparlament vertreten. Erneut drei Mandate gingen an die Grünen, die KPÖ verlor von vier auf zwei Sitze.

SPÖ verliert in Industrieorten

Für Voves gilt es nun, eine Mehrheit zu zimmern. In Frage käme entweder eine Zusammenarbeit mit der ÖVP oder eine Unterstützung durch die Freiheitlichen. Zu letzterem meinte der SP-Landeschef: "Diese Frage wird sich stellen." Bedauerlich für ihn ist das vergleichsweise schwache Abschneiden der Sozialdemokraten in den Industrieorten, verlor man doch etwa im Bezirk Bruck/Mur fast sieben Prozentpunkte. Verstärkt kümmern will er sich angesichts des blauen Erfolges um das Feld Integration.

Schützenhöfer schielt auf Landeshautpmannwahl

Erstaunlich freudig kommentierte Herausforderer Hermann Schützenhöfer das Ergebnis. "Es hat eine beispiellose Aufholjagd gegeben - diese haben wir schon gewonnen", jubelte der ÖVP-Obmann, der nicht glaubt, seinen Posten räumen zu müssen, auch wenn die Volkspartei gegenüber der Gemeinderatswahl im März massiv verloren hat und insgesamt trotz im Vergleich zu 2003 fehlender Konkurrenz durch die Liste Hirschmann ein Minus vor dem Ergebnis steht: "Gehen Sie davon aus, dass ich nicht in Frage
gestellt werde." Vielmehr will Schützenhöfer nun schauen, welche Optionen es bei der Landeshauptmann-Wahl gibt.

FPÖ wird Zünglein an der Waage

Die Freiheitlichen fühlen sich jetzt schon wohl in der Rolle des Königsmachers. Die Tendenz geht aber in Richtung SPÖ. Spitzenkandidat Gerhard Kurzmann, der voraussichtlich als Landesrat in die Regierung einziehen wird, wies der "stimmenstärksten Partei" auch für die Landeshauptmann-Wahl "einen gewissen Vorteil" zu. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache freute sich "riesig" über den Erfolg seiner Parteifreunde und gab vorerst keinen Rat, wen sie jetzt unterstützen sollen.

Grüner Kogler enttäuscht

Die Grünen konnten kaum zulegen, wiewohl sie mit Werner Kogler ein Schwergewicht aus dem Bund ins Rennen geschickt hatten. Dieser zeigte sich enttäuscht, das Ziel Landesrat klar verpasst zu haben und bleibt nun nicht unerwartet Nationalratsabgeordneter in Wien. KPÖ-Spitzenkandidatin Claudia Klimt-Weithaler freute sich über den Wiedereinzug, mit dem die Kommunisten "als politische Kraft in der Steiermark nicht mehr wegzudenken" seien. Das BZÖ wiederum wartet weiter auf einen Landtagseinzug, nachdem die Mandatare in Kärnten ja zu den Freiheitlichen gewechselt sind. (Text: APA, Red.)

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