Internationale Aids-Konferenz

Südafrika ist eines der am stärksten von HIV/Aids betroffenen Länder weltweit: von den rund 49 Millionen Einwohnern sind etwa 5,7 Millionen HIV-Positiv. Und täglich kommen geschätzte 1.500 dazu.

Noch vor wenigen Jahren wurde HIV/Aids vollkommen verharmlost, die damalige Gesundheitsministerin empfahl Knoblauch, Rote Rüben und Vitamine zur Vorbeugung und Heilung.

Mittlerweile hat sich das Bild dramatisch geändert und die derzeitige Regierung hat einen ehrgeizigen und umfangreichen Plan zur Bekämpfung von HIV/Aids vorgelegt, wie Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi bei der internationalen AIDS-Konferenz in Wien heute erläuterte: "Heute lassen wir uns von wissenschaftlichen Erkenntnissen leiten und nehmen die Verantwortung wahr, um die HIV/Aids-Epidemie unter Kontrolle zu bringen."

Ein ehrgeiziges Programm

Bis Ende 2011 soll die Rate der Neuinfektionen halbiert werden, 15 Millionen Menschen sollen dazu gebracht werden, sich freiwillig auf HIV testen zu lassen und in allen rund 4000 Spitälern und Gesundheitszentren des Landes soll die Behandlung von HIV/AIDS möglich sein.

"Unsere klare Botschaft ist, dass im Kampf gegen HIV/Aids die Menschenrechte beachtet werden, das Menschen freiwillig an den Test teilnehmen und das HIV positive Menschen nicht kriminalisiert und nicht stigmatisiert werden", sagt Aaron Motsoaledi.

Doch für dieses Programm brauche Südafrika so wie viele andere Länder Unterstützung, so Motsoaledi: "Industrieländer haben eine Verantwortung finanzielle Mittel für diesen Kampf zu mobilisieren. Der wichtigste Test dafür wird sein, denn Global Fund wieder aufzufüllen."

Ein zähes Ringen um finanzielle Mittel

Rund 20 Milliarden Dollar sollten in dieses internationale Finanzierungsinstrument zur Bekämpfung von HIV/Aids fließen, fordern Entwicklungsländer und zahlreiche Experten.

Angesichts der Wirtschaftskrise zeigen die Industrieländer aber wenig Bereitschaft, allzu viel Geld bereitzustellen. Österreich hat in der Vergangenheit rund eine Millionen Dollar eingezahlt, will sich an neuen Finanzzusagen aber nicht mehr beteiligen.

Für Südafrikas Gesundheitsminister Motsoaledi gibt es keine Alternative zum Kampf gegen HIV/AIDS: "Jedes Land muss sich irgendwann entscheiden unterzugehen oder zu kämpfen. Wie werden unser Land niemals HIV und Aids überlassen."